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| Tonga liegt nicht nur geografisch am Ende der Welt |
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Tonga ist eine konstitutionelle Monarchie, in der die Verfassung dem König grössere Befugnisse einräumt als beispielsweise den englischen Monarchen. Der Respekt vor der königlichen Herrschaft existiert noch weitgehend unverändert wie in vergangenen Jahrhunderten, damals gegenüber dem als heilig erachteten obersten Häuptling Tu’i Tonga. Kritik an der Monarchie wird als untongaisch und schlicht unhöflich abgelehnt. König Taufa’ahau Tupou IV., ein direkter Nachfahre des ersten Königs, lebte bis zu seinem Tod am 10. September 2006 mit seiner Familie, einigen einflussreichen Adligen sowie der wachsenden nicht-adligen Elite in relativem Reichtum. Die restliche Bevölkerung ist jedoch vergleichsweise arm. Die Auswirkungen dieser Ungleichheit werden durch drei Faktoren abgemildert: Bildung, medizinische Versorgung und (für männliche Untertanen) Landbesitz.
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| Demokratisierung |
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Es gibt eine demokratische Bewegung auf Tonga, die für eine Reform des bestehenden Systems, insbesondere eine bessere Vertretung der einfachen Bevölkerung und grössere Transparenz im Staatswesen eintritt. Eine Abschaffung der Monarchie gehört nicht zu ihren Zielen. Die Monarchie selbst geniesst grosse Unterstützung in der Bevölkerung, auch wenn Reformen angemahnt werden. Bis vor kurzem wurde der Umstand, dass Tonga keine Demokratie ist, von ausländischen Regierungschefs ignoriert, es zeichnet sich aber ein Kurswechsel oder zumindest Kritik an einigen Regierungshandlungen vor allem von Seiten Australiens und Neuseelands ab, den grössten Nachbarn und Geberländern.
Eine Politik der harten Hand überschattet das ansonsten positive Lebenswerk Tupous IV. und die positiven Reformen seines beliebten Sohnes Prinz ’Ulukalala Lavaka ’Ata, der vom 3. Januar 2000 bis zum 11. Februar 2006 Premierminister war. Insgesamt haben diese Massnahmen das Gemeinwesen und den Zusammenhalt geschwächt, aber auch den Druck auf die Monarchie erhöht, demokratischen Elementen grösseren Raum zu geben.
Am 16. November brachen in der Hauptstadt Nuku'alofa Unruhen aus, als der Eindruck entstand, dass das Parlament sich auf das nächste Jahr vertagen würde, ohne bei der Demokratisierung Fortschritte gemacht zu haben. Regierungsgebäude, Büros und Geschäfte wurden geplündert und in Brand gesteckt.
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| Historische Parlamentswahl am 25. November 2010 |
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Die Bevölkerung hat am Donnerstag 25. November 2010 erstmals selbst die Mehrheit ihrer Parlamentarier gewählt und damit einen bedeutenden Schritt hin zur Demokratisierung vollzogen. König George Tupou V. hatte vor Öffnung der Wahllokale in einer Ansprache an sein Volk gesagt, die Parlamentswahl sei "der grossartigste und historischste Tag für unser Königreich". Er sicherte zu, die Macht der Regierung und dem Parlament zu überlassen. Künftig werde "der Souverän nur auf Anraten seines Premierministers handeln", sagte der Monarch.
Die Einwohner waren aufgerufen, 17 von 26 Abgeordneten zu bestimmen. Die übrigen Parlamentarier, neun Adlige, werden noch immer vom König bestimmt. Bislang hatte das Parlament 30 Abgeordnete, von denen nur neun gewählt wurden. Das neue Parlament bestimmt künftig auch den Regierungschef.
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| Ende der Feudalmonarchie auf Tonga |
| In Tonga bahnt sich eine friedliche Revolution an. Bei den Wahlen am 25. November 2010 hat die Opposition gewonnen, die die absolute Monarchie abschaffen will.
Wahlsieg der "Demokratischen Partei der freundlichen Inseln"
Die "Demokratische Partei der freundlichen Inseln" gewann nach ersten Berichten 14 der 17 Parlamentssitze. Die restlichen 9 Sitze sind für Adelige reserviert.
Der Parteichef der Demokraten, Akilisi Pohiva, der seit 30 Jahren für die Demokratisierung kämpft, dürfte in der Hauptstadt Nukualofa zum Regierungschef ernannt werden. Bisher hatte der König den Regierungschef und das Kabinett selbst ernannt.
Die Adeligen haben der neuen Regierung bereits ihre Unterstützung versprochen. Pohiva will sie an seiner Regierung beteiligen. "Wenn wir uns erfolgreich entwickeln wollen, brauchen wir die Unterstützung der Adeligen", sagte er.
Nach dem Tod des Alleinherrschers König Tupou IV. im Jahr 2006 waren auf Tonga Unruhen ausgebrochen. Tupous Sohn, König George Tupou V., erkannte die Zeichen der Zeit, änderte die Verfassung und liess das Volk die meisten Abgeordneten des Parlaments wählen. In Tonga gehen damit 165 Jahre Feudalmonarchie zu Ende.
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| Landhaus von König George Tupou V auf Tongatapu |
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| Sitz des Premierministers in Nuku'alofa |
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| Das Parlamentsgebäude an der Kreuzung Hala Salote / Hala Taufa'ahau |
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